Die Ohrakupunktur
ist eine eigenständige Methode, mit der akute und chronische Erkrankungen
ohne Nebenwirkungen behandelt werden können. Die Domäne der
Ohrakupunktur ist die Schmerzbehandlung. Daneben lassen sich auch
funktionelle, organische und psychogene Störungen therapieren.
In welchem Land die Reizung der Ohrmuschel zuerst begann, lässt sich
nicht mehr genau feststellen. Schriftliche Hinweise zeigen, dass die
Chinesen sich schon lange vor der Zeitrechnung mit dem Ohr und seinen körperlichen
Zuordnungen beschäftigt haben. Es sind auch Angaben über Ohrbehandlungen
aus Persien, Afrika und Indien bekannt. In China geriet die Methode später
in Vergessenheit. Dem französischen Arzt Paul Nogier ist es zu verdanken,
dass die Ohrakupunktur wieder entdeckt wurde. Er entwickelte die Methode
weiter und gelangte zu einer Kartographie der Reflexzonen aller Organe in
der Ohrmuschel. Die Ohrakupunktur ist im Gegensatz zur Körperakupunktur
eine Reflexzonentherapie, vergleichbar der Fußreflexzonenmassage. Alle
Organe sind auf der Ohrmuschel als Reflexzonen repräsentiert. Bei Störungen
der Organe lassen sich die entsprechenden Reflexzonen
als schmerzhafte Punkte diagnostizieren. Die schmerzhaften Punkte können
durch verschiedene Maßnahmen gereizt und therapiert werden wie durch die
Nadel- oder Elektroakupunktur, Laserbehandlung, Ohrakupressur und
Ohrmassage.
Die Hauptanwendungsgebiete der Ohrakupunktur sind:
Schmerzen am Bewegungsapparat (Ischialgie, Lumbalgie, Hüftbeschwerden)
und Neuralgien Kopfschmerzen, Migräne und HNO- Erkrankungen.
Weiterhin bei psychosomatischen Leiden, vegetativer Unausgeglichenheit und
Schlafstörungen Suchttherapien wie Raucherentwöhnung und
Gewichtsreduktion Die Behandlung erstreckt sich in der Regel über eine
Serie von 8 bis 10 Sitzungen. Der Abstand von einer Sitzung zur anderen
richtet sich danach ob eine akute oder chronische Erkrankung vorliegt.
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