Wirkung der Tuina- Methode

Erklärungsmodelle aus westlicher Sicht

TUINA; Buch von Dr. Hummelsberger, Dr Caoyang Fan, Dt.Wislsperger — IRISIANA Verlag;

 

Die Wirkungen einer Tuina- Behandlung erklären sich aus der Sicht der westlicher Medizin durch eine Reihe von Mechanismen. Hier werden die Ergebnisse der chinesischen Forschung, die seit einigen Jahren die Wirkungen der traditionellen chinesischen Medizin und der Tuina mit Methoden der westlichen experimentellen Wissenschaft  zu erklären versucht, zusammengefasst.

Zunächst bearbeitet ein Tuina- Therapeut die Haut und die oberflächlichen Hautgefäße. Durch den Druck der Hände und ihre Bewegungen werden so eine Vielzahl feiner Kapillaren stimuliert. erweitert und die Mikrozirkulation sowie der lokale Gewebestoffwechsel in Gang gesetzt. Die Sauerstoff Versorgung verbessert sich und Schlacken werden abtransportiert.

Durch die Stimulation größrer Hautareale und Muskelgruppen wird der venöse Rückfluss zum Herz gefördert, das Herzzeitvolumen also die Herzleistung, steigt an. Das steigert die Sauerstoffversorgung aller Organe und Gewebe.
Weiterhin bewirkt die intensive Massage, die bei einer Tuina- Behandlung bis in tief­ste Muskelschichten dringt, dass der Muskelstoffwechsel gesteigert und die Kontraktionsfähigkeit sowie die Elastizität erhöht wird.

Durch eine Tuina- Behandlung werden auch die Lymphgefäße und der Lymphabfluss stimuliert sowie lokale Schwellungen, Ödeme oder auch Hämatome reduziert.
Ein weiterer Wirkmechanismus betrifft das Nervensystem: Die Tuina- Behandlung wirkt auf die in den Muskeln, Bändern und Sehnen liegenden Nervenendungen. Durch diesen Reiz werden Übererregungen der Nervenleitungen beendet und verschiedene Neurotransmitter (Botenstoffe) freigesetzt. Die Ausschüttung physiologischer Stoffe wie der Endorphine führt zu einer Schmerzstillung. Über das vegetative Nervensystem, Sympathikus und Parasympathikus, werden außerdem die inneren Organe beeinflusst. In vielen Experimenten wurde zudem nachgewiesen, dass unter anderen die Nervenleitungszeit durch Tuina  wieder normalisiert  werden konnte.

Die Flexibilität und Beweglichkeit der Sehnen, Bänder und Gelenke kann durch die Tuina- Methode wesendlich gesteigert und wieder normalisiert werden. Verschiebungen und Dislokationen, insbesondere der kleinem Wirbelgelenke werden korrigiert. Neben der Stimulierung über das vegetative Nervensystem werden die inneren Organe auch durch den erhöhten Blutfluss und die Stoffwechselsteigerung angeregt.
Diese Reize sind besonders bei funktionellen Syndromen der inneren Organe und
der Fortpflanzungsorgane wichtig.

Durch die Tuina- Methode wird außerdem nachweislich die Immunfunktion und die lmmunabwehr gesteigert; sowohl die humorale Abwehr (Abwehrkörper aus Protein) als auch das Immunzellsystem (z. B. Killerzellen) sind deutlich messbar aktiviert. Neben der normalen Abwehrfunktionen gegen Krankheiten ist die Immunstimulierung und -modulation auch bei sogenannten Autoimmunkrankheiten und Tumoren von größter Bedeutung.

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