Aconitum 1

Aconitum napellus, blauer Eisenhut, im Volksmund auch Sturmhut genannt, wächst in den Hoch- und Mittelgebirgen Europas. Die Pflanze ist sehr giftig. Früher wurde sie als Pfeilgift für die Jagd verwendet. Zur Herstellung des homöopathischen Mittels wird die frische, zur Zeit der Blüte gesammelte, Pflanze mit der Wurzelknolle verwendet.

Aconitum ist angezeigt im Anfangsstadium einer akuten Erkrankung. Die Wirkung von Aconitum ist kurz und stürmisch, deshalb der Name Sturmhut. Die Krankheit entwickelt sich ebenfalls sehr stürmisch (plötzlich) und ist verbunden mit großer Ruhelosigkeit. Der Patient fürchtet sich vor dem Alleinsein. Er spricht vom Sterben und steigert sich oft in eine Todesangst hinein.

Da die Krankheiten meistens von Ängsten, manchmal bis zu Panikzuständen, begleitet sind, wird Aconitum auch als das homöopathische „Angstmittel" bezeichnet. Bei allen akuten Krankheiten mit starker Angst sollte man an Aconitum denken.

Aconitum kommt vor allem bei akutem Fieber und akuten Entzündungen, die häufig durch kalten, trockenen Wind oder durch zuviel Sonne ausgelöst werden, zur Anwendung. Die Entzündungszustände sind oft verbunden mit Herzklopfen.

Der Patient hat großen Durst. Er friert, fühlt sich jedoch durch Kälte besser. Wärme in jeder Form verschlimmert seinen Zustand.

Die Krankheitsphase, in welcher Aconitum angezeigt ist, geht meist schnell vorüber (1-2 Tage). Aconitum muss dann durch ein anderes homöopathisches Mittel ersetzt werden.


Psyche:

Furcht, Angst, Befürchtungen, Vorahnungen, Angst zu sterben, Angst vor dem Alleinsein (Kind lässt Mutter nicht aus dem Zimmer gehen). Übertreibt seine Beschwerden. Unruhe, Ruhelosigkeit.


Leitsymptome:

Rötung des Gesichtes oder eine Wange rot, andere blass.

Plötzlich hohes Fieber ohne Schweiß.

Großer Durst auf kalte Getränke.

Ausgeprägtes Kältegefühl.

Herzklopfen mit Angst.


Folgen von:

Angst, Schock, Aufregung, kaltem, trockenem Wind, Zugluft, Kälte, Sonne, Hitzschlag.


Modalitäten:

V : trockene, kalte Winde, Wärme, warmes Zimmer, Lärm, Musik, nachts, Alleinsein, Aufstehen, Liegen auf schmerzhafter Seite.
B : Kälte, kalte Umschläge, kalte Getränke, frische Luft, Schwitzen, Gesellschaft, Zuspruch, Aufrechtsitzen.


Indikationen:

Angina, Angst, Atemnot, Augenentzündung, Blasenentzündung, Blutungen, Brustdrüsenentzündung, Durchfall, Erbrechen, Erschöpfung, Fieber, Geburt, Gelenkentzündung, Grippe, Harnverhalten, Heimweh, Heiserkeit, Herzklopfen, Herzjagen, Husten, Impfreaktionen, Insektenstiche, Keuchhusten, Knochenbrüche, Kopfschmerzen, Lampenfieber, Lebensmittelvergiftung.

Magen-Darmbeschwerden, Masern, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Nackensteifheit, Nasenbluten, Nervosität, Neuralgie, Ohrschmerzen, Operationen, Pseudokrupp, Reisekrankheit, rheumatische Beschwerden (akute), Röteln, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwangerschaftsbeschwerden, Schwindel, Sonnenstich, Verbrennungen, Verrenkung, Verstauchung, Windpocken, Wunden, zahnärztliche Behandlung, Zahnen, Zahnschmerzen, Zerrung.

 

Aconitum 2

Dieses Arzneimittel ist oft zu Beginn von akuten Erkrankungen angezeigt, wenn sich die Symptome in kurzer Zeit zu großer Heftigkeit entwickeln. Die Beschwerden entstehen bevorzugt durch sehr kaltes, trockenes Wetter, durch Zugluft, aber auch durch sehr heißes Wetter. Der psychische Zustand ist charakteristisch und zeigt sich in großer Angst (bis zur Todesangst) und ist gepaart ist mit großer Unruhe. Bei Erkältungen ist es im ersten Stadium angezeigt, sobald der Patient merkt, daß er sich erkältet hat. Zu dieser Zeit hat sich oft noch kein richtiger Schnupfen entwickelt, die Nase ist verstopft und heiß und manchmal besteht Frösteln. Oft muß der Patient auch Niesen. Besser geht es ihm im Freien. Auch bei Grippe ist Acon. angezeigt, wenn sich die Krankheit entwickelt, nachdem der Patient kalten, trockenen Winden ausgesetzt war und sich die Symptome sehr schnell und mit großer Heftigkeit entwickeln. Das Fieber kommt plötzlich und der Patient fröstelt. Außerdem besteht eine große Ruhelosigkeit. Gliederschmerzen können vorhanden sein. Es kommt vor, daß eine Wange gerötet ist und die andere blaß, das rote Gesicht wird beim Aufsetzen blaß, oder das Gesicht ist abwechselnd rot und blaß. Wie bei Bell. findet man Schweiß an bedeckten Teilen, also zum Beispiel an allen Körperteilen, die vom Schlafanzug oder der Bettdecke bedeckt sind. Bestehen Halsschmerzen, ist der Rachen sehr rot, oft ist großer Durst nach kaltem Wasser vorhanden, oder aber der Patient kann überhaupt nicht schlucken. Auch der Husten entsteht durch trockenes, kaltes Wetter und ist trocken und kruppartig. Meist ist kein Auswurf vorhanden. Bei Pseudokrupp kann Acon. gegeben werden, wenn das Kind nach dem Einschlafen erwacht und gleichzeitig mit dem Husten eine große Ängstlichkeit und Unruhe vorhanden ist. Oft geht dem Husten eine Kälteexposition voraus. Acon. hat Durst auf große Mengen kalter Flüssigkeit. Es hilft bei psychischem Schock, der aufgetreten ist, nachdem der Patient einen Unfall beobachtet hat oder er sich selbst verletzt hat und große Unruhe vorhanden ist. Acon. kann auch als Heilmittel bei Schmerzen verwendet werden. Das Charakteristikum dieser Zustände ist eine große Empfindlichkeit gegen die Schmerzen (die Patienten schreien) und die oben beschriebene ängstliche Ruhelosigkeit. Manche Kranke, die Aconit brauchen, sagen ihre Todesstunde voraus.

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