|
Über Edward Bach, den Entdecker der gleichnamigen Therapieform
Bach-Blütentherapie. Wenn man über E. Bach liest, wird dieser meist als ein Arzt
dargestellt, der nach anstrengenden und harten Jahren der Tätigkeit als
Mediziner seiner Arbeit enttäuscht den Rücken gekehrt hat und dann seine
Heilmittel auf sensitive Art und Weise gefunden hat. Das Bild eines
„verklärten" Menschen, der plötzlich zu einem Entdecker einer der
wohl, neben der Akupunktur und der Homöopathie, interessantesten
Heilmethoden der Naturheilkunde geworden ist, stimmt so aber nicht. Dies
ist zu einseitig. Aus diesem Grund wollen wir uns Bachs Lebensweg etwas
genauer betrachten. Bach wurde am 24. September in Moseley geboren. Schon in seiner Kindheit wird er als ein „äußerst zartes und empfindliches Kind" bezeichnet. Weiter wird er als abenteuerlustig, selbstbewusst, willensstark und zielstrebig charakterisiert. Seine Stimmungen wechselten von humorvoller Geselligkeit bis zu introvertiertem Verhalten, in dem er sich gerne in die Natur zurückzog. Wir wissen, dass Bach in der Zeit, als er in der Erzgießerei seines Vaters arbeitete, schnell feststellte, dass diese Tätigkeit nicht seine Berufung war. Bei Geschäftsverhandlungen konnte er sich nicht durchsetzen und die Arbeit füllte ihn nicht aus und machte ihn unzufrieden, so dass er schon zu dieser Zeit Anzeichen von Erschöpfung und gesundheitlichen Problemen hatte. Bach interessierte sich mehr für die Probleme der Arbeiter die oft kränklich waren, aber aus Angst vor dem Verlust der Arbeitsstelle trotzdem weiter arbeiten mussten. In dieser Atmosphäre reifte sein Entschluss, Menschen zu helfen. Als sein Vater sich bereiterklärte ein Medizinstudium zu finanzieren, zögerte Bach nicht. Im Alter von 20 Jahren schrieb er sich an der Universität in Birmingham ein. Die folgenden Jahre arbeitete Bach intensiv und ausdauernd an seinem Studium. Bach war allen Behandlungsmethoden gegenüber kritisch eingestellt und probierte vieles aus. Seine Experimente führten ihn zuerst zu der Therapie mit den, nach ihm benannten, Darmnosoden. Diese Behandlungsmethode brachte ihn in Fachkreisen viel Anerkennung ein, aber Bach war mit seinen Ergebnissen nicht zufrieden und bemühte sich ständig um die Verbesserung seiner Methode. |
| Durch die Begegnung mit Hahnemanns
Homöopathie hatte Bach viele neue Impulse bekommen. Zweifellos hat ihm
das Heilsystem Hahnemanns bei der Entwicklung seiner Therapieform beeinflusst.
Auffällig ist, dass Bach immer wieder auf die wissenschaftliche Nachprüfbarkeit
seiner Arbeiten hinweist. Bach war zweimal verheiratet. Seine erste Frau starb an Diphtherie, die zweite Ehe endet in Trennung, beide Ehen waren alles andere als glücklich. Bach war zu sehr mit seinem Beruf verheiratet, als dass er Zeit gehabt hätte sich um seine Familie zu kümmern. Abgesehen von einigen wenigen Vertrauten, kann man ihn als Einzelgänger und Einzelkämpfer bezeichnen, der sich vor Konfrontationen nicht scheute. Bach publizierte zeitlebens seine Forschungsergebnisse in verschiedenen Fachjournalen. 1930 veröffentlicht Bach dann einen Artikel in der Homeopathic World „Einige neue Arzneimittel und Anwendungsbereiche", in dem er die Mittel Impatiens roylei, Mimulus luteus, Clematis vitalba, Cupressus und Cotyledon umbilicus vorstellt. Noch im selben Jahr verlässt Bach, zum Entsetzen seiner Mitarbeiter, seine gutgehende Praxis und zieht aufs Land um sich der Suche weiterer Mittel zu widmen. Ein Grund hierfür ist auch, dass er der Hektik Londons entfliehen will. Bach findet nun auf seinen Exkursionen seine neue Potenzierungsmethode, und weitere Heilpflanzen, deren Wirksamkeit er aber immer überprüft. Noch im Jahr 1930 erscheint der Artikel „Einige fundamentale Überlegungen zu Krankheit und Heilung". Dieser Artikel zeigt, dass Bach sich nun auch verstärkt mit dem metaphysischen Aspekt von Krankheit und Heilung auseinandersetzt. In der Zeit von 1930-1934 hatte Bach die ersten 19 Heilmittel entdeckt und dachte anfangs, dass er alle notwendigen Arzneimittel gefunden hätte. Doch während seiner Arbeit mit den Patienten bemerkte er, dass die Mittel längst nicht alle psychischen Bereiche seiner Patienten abdeckten. Es war Winter, im Jahre 1934 und Bach wusste, dass er in diesem Jahr nicht mehr mit der Suche nach neuen Mittel weiter fortfahren würde können. Im Frühjahr 1935 zog sich Bach eine schwere Sinusitis zu, die wohl auch mit einer Reizung des Nervus trigeminus einhergegangen sein musste . In diesem Zustand fand er das erste Mittel seiner neuen Reihe, Cherry Plum. Bis August 1935 fand er dann weitere 18 Mittel und komplettierte damit sein Heilsystem. |
|
In dieser Zeit litt Bach massiv unter Erschöpfung, Hautausschlägen,
Haarverlust und Sehstörungen. Auch wird von Blutungen berichtet.
Ebenso, soll er die Krankheitssymptome seiner Patienten teilweise
mitempfunden haben. Bach hat sich von diesen Krankheitssymptome nie mehr
richtig erholt. Trotzdem nahm er zu dieser Zeit wieder aktiv am Dorfleben
in Sotwell teil und behandelte viele Patienten. Am Abend des 27.11.1936 verstarb Edward Bach. Wheeler sagte nach seinem Tod über ihn: "Einschränkungen seiner körperlichen Bewegungsfreiheit konnte er ebenso wenig ertragen wie Übergriffe auf seine persönliche Lebensgestaltung..", Bach schreckte auch nicht davor zurück, anderen die Meinung zu sagen. Hatte er eine Entscheidung gefällt, versuchte er sie unverzüglich in die Tat umzusetzen. Mitunter konnte er ungeduldig sein und wenn er Ungerechtigkeit bemerkte, wurde er schnell zornig. Im Denken war Bach eine Art Revolutionär und versuchte seine Ideen schnell in die Praxis umzusetzen. Seine Intuitiven Fähigkeiten schienen sehr ausgeprägt gewesen zu sein. Nun wird versuche, Edward Bach gemäß seiner Heilmethode zu charakterisieren. Die Auflistung der Charaktereigenschaften Bachs erfolgt in Form von Gemüts- und Organsymptomen. |
|
Gemütssymptome Revolutionär: Impatiens, Vervain, Vine abenteuerlustig: Impatiens, Oak, Vine selbstbewusst: Impatiens, Vine, Water Violet willensstark: Oak, Rock Water, Vine zielstrebig: Oak, Rock Water, Vine, wechselnde Stimmung: Sclerantus ausdauernd: Oak kreativ, gute Vorstellungsgabe: Clematis kritisch: Beech, Rock Water Einzelgänger/-kämpfer: Oak scheut keine Konfrontation: Impatiens, Oak, Vine braucht Ruhe: Olive Ahnungen: Aspen Ungeduld: Impatiens zornig: Holly, Impatiens, Vine Idealistisch: Oak, Rock Water impulsiv: Holly, Impatiens, Vine |
|
Organsymptome: |
|
Vergleichen wir die in der Literatur angegebenen Symptome von Bach, mit
den Mittelbildern der Dr. Bach Blütentherapie, so sehen wir, dass sich
auch Bach mit den „unerlösten Anteilen" seiner Charakteranlagen
auseinandersetzen musste. Bach war sicher kein „Heiliger". Er kämpfte
ebenso um sein inneres Gleichgewicht, wie jeder andere Mensch auch. Das Außergewöhnliche
an Bach war, dass er seine Fähigkeiten gebündelt auf ein Ziel
konzentrierte und diese selbstlos seinen Patienten zur Verfügung stellte.
Intuitiven Fähigkeiten, besaß Bach zweifellos (Aspen,
Clematis). Das
auch Bach mit den Tiefen seiner Seele ringen musste, macht ihn
uns sympathisch und die Achtung vor seinem Heilsystem wird dadurch nur
noch größer. |